Artemisia absinthium & andere Wunder

Eine lange Nacht war’s gestern – aber nicht der Absinth war schuld. Die Universität machte der Vielseitigkeit in ihrem Namen alle Ehre und zeigte dem interessierten Laien bis in die späten Abendstunden, woran in der Stadt getüftelt und geforscht wird.

After Hours
Creative Commons License photo credit: cszar | Wilde Welt der Wissenschaft: von Absinth bis zur Not-OP…

Da war von tiefster Vergangenheit zum Beispiel in Form von mumifizierten altägyptischen Katzen resp. Lehmklumpen (mangels finanzieller Mittel beim Auftraggeber) bis zu Science Fiction mit Räumen, die selbst (!) erkennen, ob du gerade eine Vorlesung halten oder frühstücken willst und die Beleuchtung darauf einstellen, so ziemlich alles dabei.

Trotz Zuse-Rechner, proaktiven Assistenten und Akademikern mit ausgeprägtem Spieltrieb wie dem Herrn Dr. Rücker vom Notfallausbildungszentrum (das zumindest deutschlandweit größte Playmobil-Krankenhaus hat er gebaut, um seinen Studis die Abläufe im Krankenhaus möglichst authentisch nahebringen zu können, inkl. Pathologie, Irrenanstalt und Sonnenbank für’s Ärzteteam) – mir hatten es die alten Kräuter- und Arzneibücher im Michaeliskloster angetan.
Es ist famos – statt diese Buchschätze aus dem 15., 16. oder 17. Jahrhundert im Panzerschrank verschwinden zu lassen, durften sich Studierende damit beschäftigen und stellten, na was wohl, Wermut (Artemisia absinthium) und Hanf (Cannabis) vor. Ja, die alten Sammlungen der Unibibliothek ermuntern einen geradezu, sich diese Schriften in den Lesesaal zu bestellen (Ausleihe geht natürlich nicht).
Das weckt die Kräuterhexe in mir. Vielleicht verlege ich tatsächlich die nächsten Mittagspausen ins Kloster: zu allfälligem Studium des New kreüterbuch/in welchem nit allein die gantz histori/das ist/namen/gestalt/statt und zeit der wachsung/natur/krafft und würkung/des meysten theils der kreüter beschrieben wird – es wird sich schon der eine oder andere Anwendungsfall finden.

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