DIE NO-GOS: Tabus der Werbewelt

Vieles kann schiefgehen in der Eigenwerbung: Riesengroße Logos, das Befüllen aller Weißflächen mit Sternchen und Clipart, dafür der Verzicht auf professionelle Fotos zu Gunsten selbst gemachter, pixeliger Handy- und privater Urlaubsbilder sind nur einige der peinlichen Alltime-Klassiker der Werbewelt. Doch es kann noch viel schlimmer kommen…

Dame mit Headphone: Standardmotiv aller Dienstleister. | © duchesssa | www.sxc.hu

Die Dame mit Headphone: Standardmotiv aller Dienstleister. | © duchesssa | www.sxc.hu

So gehören zu den widerwärtigsten Vergehen im Reich der Texterkriminalität die allgegenwärtigen Wortspielereien rund um das Wort »Meer«. Kaum ein Gewerbetreibender im deutschsprachigen Ostseeraum wirbt nicht mit Buchstabendurchfall à la »Backobst und Mee(h)r«, »Altenpflege + Me(e)hr«, »Boutique Seen & Meer«, »Meer Restaurant«, und, und, und… bitte, bitte so etwas nie Meer machen!

Ein weiteres, recht häufig zu erlebendes Werbeverbrechen geschieht offenbar ganz unbewusst: Es besteht in der ignoranten Unterschätzung von Zielgruppen und wird besonders deutlich, wenn es um die Motivwahl geht.

Wer zum Beispiel glaubt, Jugendliche erreiche man, indem man Jugendliche mit Skateboards und E-Gitarren abbildet, der denkt vermutlich auch, man spricht ältere Menschen am Besten durch die Abbildung von älteren Menschen mit Gehhilfen und Rätselheften an – das wird schwierig, wie sich denken lässt. Von dem weltweiten Service-Standardmotiv »Dame mit Headphone« wollen wir hier ganz schweigen!

Mal ganz im Ernst: Es gibt natürlich echte Todsünden, die man als Werber nicht einmal in Erwägung ziehen sollte. Ideen Dritter zu kopieren zum Beispiel. Oder Werbeversprechen abzugeben, die nicht zu untermauern und schon gar nicht zu halten sind. Aber das weiß doch eigentlich jeder, der eine gute Kinderstube hatte, oder?

Noch ein Tipp: Im Zweifelsfall einfach Leute fragen, die schon mal Werbung gemacht haben. Dann klappts auch mit der Zielgruppe!

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